Seit einer der letzten Rechtschreibreformen wurde verlangt, dass man Wörter wie „auseinander“, „hintereinander“ so trennt: „aus-ei-nander“, „hinter-ei-nander“. Das sieht nicht nur komisch aus (wobei… aufs Aussehen kommt es ja in der Sprache oft gar nicht an), sondern widerspricht auch der neu eingeführten Regelung, dass bei Wörtern, die mehrere Konsonanten (b, c, d, f, g, h, j, k, l, m, n, p, q, r, s, t, v, w, x, y, z) aufweisen, so trennen soll, dass nur der letzte Konsonant auf die nächste Zeile geschoben wird. Das funktioniert meistens problemlos (Duden-Regel D164, Punkt 3), aber bei Elekt-rizität (vor der RSF: Elek-tri-zi-tät), schlimmer noch: Elekt-romeister, Verkehrskont-rolle (was für eine Rolle???) stellen sich bei mir die Nackenhaare auf. Kann man so machen, jedoch untergräbt man mit dieser Regelung die Etymologie der Wörter, die aus dem Lateinischen oder Griechischen stammen. Als könnte man den Schreiberlingen nicht zumuten, sich die darauf fußende Trennregel zu merken. Man muss ja nicht gleich Latein oder Griechisch beherrschen, es reicht, sich die Regel zu merken.
Jetzt mag man einwenden, dass bei „auseinander“, „hintereinander“ ja gar nicht 3 Konsonanten aufeinandertreffen. Stimmt. Aber die Bestandteile sind ein-ander. Ich schreibe ja auch „Das machen wir ein ander‘ Mal. Ein anderer Tag wird besser passen.“ und nicht „Das machen wir ei nander Mal. Ei nanderer Tag wird besser passen.“ Ei, ich frage mich manchmal, welche Beweggründe hinter solchen Neuregelungen stecken.
Wer sich das auch gründlich gefragt hat, ist Prof. Dr. Theodor Ickler. Der hat diese Reformen aus-ein-an-der-ge-pflückt. Aber das würde hier zu weit führen. Guckt einfach im Internet. Ihr werdet fündig werden.